Montag, 20. November 2017

Adam Ellis "Dear David"-Geisterkind


Aktuell kursiert auf verschiedenen Nachrichtenseiten die Story des Geisterkindes, das einen gewissen Adam Ellis aus New York/Manhatten heimsuchen soll.
Sicherlich hat schon der ein oder andere einen Artikel darüber in den sozialen Medien gesehen. 

Hier mal eine Auswahl die man bei Google-Pictures bekommt:


Aber worum geht es bei der viral gegangenen Geisterstory? Wie eingangs schon erwähnt erscheint einem gewissen Adam Ellis ein Geisterkind; er wird regelrecht von diesem heimgesucht. Adam arbeitet als Autor und Illustrator für Comics und leidet mitunter nach eigenen Angabenunter einer immer wieder auftretenden Schlafparalyse.

Auf seinem Twitter-Account erzählt er die ganze Story. Den ganzen Sachverhalt kann man hier bei mehreren deutschen Nachrichtenseiten nachlesen: 

Merkur.de
Express.de
HNA.de 

Mittlerweile veröffentlichte er auch ein Foto von dem Geisterkind, welches er aufgenommen hat:

Quelle: Adam Ellis 


Nun mein Fazit:
Also um es mal vorweg zu nehmen, ich bin schon seit Jahren aktiv tätiger Geisterjäger und beschäftige mich schon seit etlichen Jahren mit der paranormalen Thematik. 


Er gibt selber an, dass er an einer Schlafparalyse (SP) leidet und wenn man sich objektiv mit der Thematik der SP beschäftigt stellt man fest, dass es nicht wirklich einen Besuch gibt. Eine SP tritt in der Übergangsphase vom Wach- in den Schlafzustand und auch umgekehrt auf. Dabei vermischen sich reale Eindrücke mit Träumen und „abgespeicherten“ Informationen im Unterbewusstsein (zB Sequenzen aus Spielfilmen). Zugleich ist man während der SP bewegungs- und artikulationsunfähig. Man fühlt sich vollkommen hilflos dieser Situation ausgesetzt und manche Betroffene berichten dabei auch davon, dass sie geschrien haben, aber niemand sie hörte, auch wenn der/die Partner/in neben einem lag. Mehr zu der SP erfahrt ihr in einem Videobeitrag auf meinem YouTube-Channel TomsTalkMystery.




Das Erlebnis mit dem Geisterkind David hat er also während der SP. Dieses Erlebnis ist für ihn aber wohl so beeindruckend, dass er sich offensichtlich sehr intensiv damit beschäftigt. Da er zudem im kreativen Bereich arbeitet, wo er auch als Autor Geschichten für Comics entwickelt, kann es mitunter auch dazu kommen, dass er unbewusst eine eigene Geschichte aus dem Traum bastelt und dem Erlebten (während der SP) Leben einhaucht. Da wäre es gar nicht ungewöhnlich, wenn es zu einer Fortsetzung beim Träumen kommt. Hier könnte sogar luzides Träumen eine Rolle spielen. Luzides Träumen ist in Kurzform die Möglichkeit, gezielt zu träumen. So könnte dann unbewusst ein Rädchen in das andere greifen.
Es gibt auch von Traum zu Traum eine Steigerung. Es hat mich auch nicht verwundert, dass er in seinem Traum sogar eine dritte Frage an „Dear David“ stellte, obgleich er von dem Mädchen während eines vorherigen Traumes gewarnt wurde, nicht mehr als zwei Fragen zu stellen. Denn die Folge wäre, dass er (Adam) dann sterben würde. Wenn man dermaßen in der „Geschichte“ drin ist und für sich selber das rationale Denken ausschaltet bzw. außer Acht lässt, weil man alles nur noch auf der emotionalen Ebene erlebt, dann ist man nahe dran sich sozusagen einen Film zu fahren. Dann ist es auch verständlich, wenn man selber dann ängstlich wird, weil man ja soeben in seinem Traum quasi durch eine dritte Frage sein Schicksal besiegelte.
Bei dieser angesprochenen Steigerung der Geschehnisse und Verselbständigung eines Erlebnisses während einer Schlafparalyse spielt im weiteren Verlauf auch eine massive Erwartungshaltung eine Rolle, denn nachdem er von dem Mädchen träumte, die ihm die Warnung bzgl. einer 3. Frage aussprach, trat diese Erwartungshaltung automatisch hervor. Denn nun erwartet er ja nahezu zu jeder Zeit, dass etwas geschehen wird, was im Zusammenhang mit „Dear David“ stehen wird – egal ob es rational zu erklären wäre oder nicht (es MUSS für ihn dann ein Zusammenhang bestehen).

***Offtopic*** Die gleiche Situation tritt nicht selten auch während und im Nachgang von Gläserrücken-Sitzungen auf, wenn man sich nicht ernsthaft genug damit auseinander gesetzt hat und denkt, dass man damit „Portale“ öffnet, wo auf jeden Fall auch ein böser Geist dann erscheinen kann. Und egal was dann während und danach geschieht, es gibt leider Menschen, die sich leicht beeinflussen lassen und auch denken, dass wenn es zB bei Facebook steht oder bei YouTube gezeigt wird, es real und echt ist. An dem Punkt setzt zB unser Ghosthunter-Team (LINK) auch mit seiner Aufklärung und Arbeitsweise an und zeigt auf, dass es eben nicht alles so läuft, wie es oftmals im Internet „gespielt“ wird. Kontakte beim Gläserrücken können zustande kommen, ja, aber es wartet kein böser Geist oder Dämon an einer „Pforte“ oder „Portal“ darauf, sich auf jemanden zu stürzen, der am Tisch sitzt. Auch Kontakte zum „Teufel“ sind als vollkommen unwahrscheinlich anzusehen, da –sollte ein Teufel existieren- dieser wohl eher was anderes zu tun hat, als sich über ein Brett mit Buchstaben oder Gerät zu melden. Es kursieren viele vorsätzliche Fake-News in der paranormalen Community; nur leider ist es so, dass einige Menschen leichtgläubig sind, weil sie falsche und überaus übertriebene Vorstellungen besitzen, sonst gäbe es keinen Nährboden für Fake-News in der Community. ***Offtopic Ende***


Hinsichtlich der Aussagen von Adam bzgl. des Verhaltens der Katzen so kann an dieser Stelle der Hinweis auf meinen Beitrag zu „Hunde und Geister“ bei TomsTalkMystery erfolgen.




Nur weil die Katzen um Mitternacht an der Tür saßen und aufmerksam waren, bedeutet es noch lange nicht, dass sich dort ein Geist aufhielt. Wenn sie ein komplett atypisches Verhalten aufweisen würden, dann könnte man sich ggfs. mal Gedanken machen, aber wer weiss, evtl. gab es um Mitternacht Geräusche aus einer anderen Wohnung oder jemand kam um die Zeit immer nach Hause und sie hörten die Person im Treppenhaus. Zwei unserer eigenen Katzen laufen auch zur Wohnungstüre, weil sie Trittgeräusche auf der Treppe hören. Auch der Hinweis auf „Mitternacht“ scheint mehr auf die These anzuspielen, dass Geister immer um Mitternacht erscheinen (Geisterstunde). Dabei ist es doch eher so, dass die „Geisterstunde“ aus dem Mittelalter stammt und oftmals mit dem Beginn der Sperrstunde einherging. Und somit nicht wirklich was mit dem Erscheinen von Geistern zu tun hat.

Zu dem Bild



ist zu sagen, dass es nicht wirklich überzeugend ist. Interessanterweise sind angebliche Beweisbilder für Geister immer recht unscharf und pixelig. Aber was beim Betrachten des Bildes auffällt ist, dass an sich die Umgebung sehr unscharf und Pixelblöcke aufweist und somit uneinheitlich ist. Auch fällt auf, dass das „Geisterkind Dear David“ nicht so unscharf ist und komplett in einem leicht bräunlichen Grundton gehalten ist. Hier müsste man das Original-Bild sehen. Eine auf dem Sessel platzierte Puppe kann man wohl ausschließen, da –wie eben schon festgehalten- da die Gestalt einen durchgängigen Grundfarbton besitzt. Es gibt aber Apps, um „Geister“ in Bilder einzubauen, wodurch der „Geist“ dann schärfer ist, als der Rest des Bildes. Diese Geister sind oftmals auch in einer Grundfarbe, wie dieses Geisterkind. Aber um eine genaue Aussage zu treffen, wäre das Original-Bild interessant.


Ich würde mich nicht wundern, wenn diese Geschichte um „Dear David“ eine Eigendynamik entwickelt und sich in den kommenden Wochen/Monaten immer wieder Menschen melden, die „Dear David“ begegneten und ggfs. ob nicht evtl. sogar die Story medial verarbeitet wird. Also ein Film darüber herauskommt… evtl. ähnlich wie bei „Blair Witch Project“ oder „Slenderman“, wo gezielt Fiktionen als reale Geschichten im Internet im Vorfeld platziert wurden, damit die Filmprojekte eine gewisse Dynamik bekamen. Oder Adam Ellis will einfach nur „berühmt“ werden und in der paranormalen Community kursieren leider viele „Fakes“, wo mit der Unwissenheit von Interessierten gespielt wird; man nehme da nur mal derartig viele überzogenen Unterhaltungssendungen/-serien (TV/YouTube usw.). Ist aber ein anderes Thema. 


Alles in allem ist es lediglich eine viral gegangene Geschichte und mit einer Geisterscheinung hat es nichts zu tun.

Euer Tom
 

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