Samstag, 5. Januar 2019

Die Geisterakten und der Maßstab für alle ...


Aufgrund einer aktuellen Diskussion mit Fans dieses TV-Formats muss ich noch mal in einen Artikel zu dieser Serie scheiben, obgleich ich es nicht mehr wollte, da es wichtigers als die gibt. 

Ich finde es persönlich sehr schade, dass man echte Teams, die teils jahrelang schon agieren und über einen hohen Erfahrungs- und Wissensstand verfügen mit diesen sich selbst benennenden Experten für Paranormales (Vorspann 1. Staffel) vergleicht und nur weil was professionel gedreht wird, deren Wahrheitsgehalt höher gestellt wird, als der anderer Teams. Auch habe ich gelesen, dass sie so hoch gehandelt werden, weil sie während der Episoden den Zuschauern erklären, wofür Geräte verwendet werden (Anmerkung: Dies ist aber keine Erfindung der Geisterakten, denn zB in den Untersuchungsberichten unseres Teams ist dies Standart - und nicht erst seit 3 Jahren). Oder nicht mit dem Vorsatz zu Locations fahren, um dort "Geister" zu finden, mmmhhh... ich kenne so einige Teams, u.a. unseres, die dies ebenfalls so praktizieren.

Aber da sieht man wie leicht die Menschen manipulierbar sind, wenn es um die Vermittlung von "Glaubwürdigkeit" geht. Man glaubt natürlich Experten und professionell gedrehten Videos eher, als anderen, die diesen "Titel" nicht verwenden oder finanziellen Backround berufsbedingt nicht haben. Dabei gibt es keine wirklichen Experten auf dem Gebiet, außer evtl. Dr. Lucadou.
Mit solchen Wortspielen können auch Hoaxe etabliert werden. Und an sich ein wirklich gesellschaftliches Problem.

Sicher, man kann sie sich anschauen, weil sie auch gut gemacht sind, aber nur weil, andere Teams nicht das Potential und die Kohle haben, professionelle Drehs zu machen bedeutet es nicht, dass diese schlechter oder weniger Ahnung oder unglaubwürdiger sind.

Man hat echt das Gefühl, dass es mittlerweile nur noch um Wettbewerb geht und das Eigentliche (glaubwürdige Untersuchung von Spukphänomenen) auf der Strecke bleibt. Denn durch diesen durch TV/Youtube-Formate geförderten "Fankult" können andere Teams/Gruppierungen sich aufgefordert fühlen auch so einen Status zu bekommen - mir ist bekannt das min. drei (existente) Teams in der Vergangenheit die "besten Ghosthunter Deutschlands sein wollten". Aber "beste" beinhaltet nicht zwangsläufig glaubwürdig. Ganz ehrlich, man sollte lieber seiner Linie treu bleiben, denn solche Wettbewerbe (wobei hier die Voraussetzungen aberwitzig sind) dienen nur dazu, die Ganze Thematik weiter nach Absurdistan zu transferien.

Mir ist es aber auch echt wurscht, ob Fans glauben und meinen, dass die Geisterakten (oder auch andere) die besten sind, wirklich, weil ich das Ghosthunting nicht mache, um einen Preis zu gewinnen oder um gefeiert zu werden; ich mache es, um den Phänomenen auf den Grund zu gehen und Menschen zu helfen. Und dabei kommen (zB bei uns) keine Gerätschaften zum Einsatz, die nur Showeffekte haben und die Manipulation der Zuschauer durch Einblendungen von dem zu Hörenden gehört auch nicht zur Seriösität. 


Und wenn Menschen/Fans glauben, dass Stimmen aus Datenbanken  glaubwürdig sind... sollen sie es glauben; nur dann sind diese auch auf Aufklärung nicht empfänglich.

Ich bekam auch schon einen Kommentar vor ein paar Monaten, dass wir die GA "nachhahmen" wollen, weil wir Bella im Team seit 2 Jahren haben. Nur Hunde bei Untersuchungen ist keine Erfindung der GA, sondern u.a. wir haben Jahre vor denen ebenfalls zweimal einen dabei gehabt. Und wenn man sich Kommentare und Postings überall so anschaut, hat man den Eindruck, dass die GA mitlerweile einen regelrechten "Götterstatus" erreicht haben und der Maßstab sind, an dem sich alle zu orientieren haben. Sofern man es wagt auch nur sachlich fundierte Kritik üben gleicht es einer Blasphemie. 


Und wenn man den "gezeigten Maßstab" nicht erfüllt, gilt man als ahnungslos ... und natürlich als unprofessionel gilt man zudem, wenn man keine Profi-Dreh-Ausrüstung hat, um alles in Top-Qualität zu drehen.


Schade, dass die Glaubwürdigkeit von Untersuchungen von paranormalen Phänomenen von solchen Faktoren abhängig gemacht werden, die eben mit der Thematik an sich nichts zu tun haben. Zudem das Wort "Glaubwürdigkeit" bei reinen TV-Formaten eh oft fehl am Platz ist.

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