Donnerstag, 3. August 2023

„Leben und leben lassen“, Ghosthunter / Paranormale Ermittler


 

Wer meine Artikel und Podcasts verfolgt wird wissen, dass ich mit der Zeit doch recht kritisch mit diversem (pseudowissenschaftlichem) Equipment für paranormale Ermittlungen umgehe und dies auch belegen und begründen kann. 


Nun passierte es schon des Öfteren, dass man unter meinen Klarstellungen und Entmystifizierungen die Aussage „
Jeder hat seine eigene Vorgehensweise, einfach leben und leben lassen“. Wenn es doch so einfach wäre, würde ich mich sicherlich nicht so darum bemühen, über Falschaussagen, Falschdarstellungen und faktenlosen Geschichten aufzuklären. Denn was gerade diejenigen, die solche Aussagen „Jeder hat seine eigene Vorgehensweise, leben und leben lassen“ tätigen, völlig ausblenden ist die unumstößliche Tatsache, dass wir kein Schach spielen, wo es unzählige Spieltheorien gibt, sondern in einer Thematik mit vielen Teams / Gruppierungen und Formaten agieren, wo es doch in aller erster Linie um den Tod geht, der viele Menschen beschäftigt und die sich entweder als hilfesuchende Klienten an die Gruppierungen werden (verbunden mit Hoffnungen und auch oftmals Ängsten) oder als Interessierte deren Material anschauen. Während es im Schach keine psychischen oder physischen Folgen für die Protagonisten haben kann, wenn sie nach unterschiedlichen Theorien spielen, dürfte es doch bei der paranormalen Ermittlung anders ausschauen. Denn wenn Gruppierungen, die an Dämonen und böse Geister glauben mittels pseudowissenschaftlichem Equipment bei von Ängsten geplagten Privatpersonen Ermittlungen vornehmen und dabei dann entsprechende Präsenzen bestätigen, wird dies sicherlich zu einer Verstärkung der Ängste bei den Privatklienten führen (was doch an sich zu verhindern ist). Zugleich werden Falschinformationen verbreitet (Dämonen), was aber ein anderes Thema ist und zu gegebener Zeit an anderer Stelle genauer thematisiert wird.

Ich persönlich halte Ghosthunter / Geisterjäger und paranormale Ermittler für eine Gefahr für Privatklienten (Privathaushalte), wenn diese bei denen mit pseudowissenschaftlichem Equipment und Halbwissen (sofern überhaupt vorhanden) paranormale Ermittlungen vornehmen und damit falsch-positive (paranormale) Resultate präsentieren, die oftmals ins Düstere abdriften. Nicht selten gesellen sich Medien (Mz. Medium) dazu und bestätigen die „Ergebnisse“ der pseudowissenschaftlichen Geräten, obgleich deren Medien-Aussagen nicht wirklich beweiskräftig sind. Allein durch diese Vermengung zeigt sich die Gefahr der „dunklen Seite“ des doch an sich interessanten Hobbies des Ghosthuntings auf.

Nur mal ein Beispiel:

Vor knapp 10 Jahren stieß ich mit meinem Team auf einen Fall in Köln, der aufzeigte, wie egoistisch und rücksichtslos die Ermittler (hier: aus Hessen) in Zusammenarbeit mit zwei Medien bei der jungen Familie in Köln umgingen und sogar nicht davor zurückschreckten, alles bei YouTube online zu stellen. Der Familie wurde suggeriert, dass ein indianischer Dämon (Wendigo) durch die Spiegeltür des Schlafzimmerschrankes Zugang zur Wohnung erhielt. Der Spiegel wurde mit Geschenkpapier zugeklebt. Die beiden Medien waren per Telefon zugeschaltet und führten im Schlafzimmer einen Exorzismus durch. Die Gruppierung legte um das Mehrfamilienwohnhaus einen Salzkreis, aber mit keinem normalem Salz. Es war Salz, welches eines der Medien der Gruppierung mitgab und vom verstorbenen Großvater des Mediums nach dem Tode aus der geistigen Welt heraus gesegnet wurde. Die Familie wurde angewiesen, sich 7 Wochen lang mit dem „geweihten Salz“ ihre Körper zu reinigen.

Diesen Fall nahm ich persönlich zum Anlass, um damals auf die „dunkle Seite“ des Hobbies hinzuweisen und welches perfide Spiel in Kombination von paranormalen Ermittlern mit Medien (Mz. Medium) gespielt wird. Es folge eine öffentliche Hetze gegen mein Team und mich, Lügen wurden verbreitet und vermeintliche „Freunde“ in der Ghosthunter-Szene zeigten ihr wahres ich und dass Freundschaften nicht ehrlich sind. Es war der erste Shitstorm und ich erfuhr, was Cybermobbing bedeutete. Auf Wunsch der Klienten musste damals der damalige Bericht, der die Abartigkeit des Falles offenlegte, offline gestellt werden.
Bis heute hat sich niemand bei meinem Team oder mir öffentlich entschuldigt. Einer des Teams spielt sich heute als „Saubermann“ auf und meinte sinngemäß, dass ihn das Medium damals ausnutzte und „verführte“. Hat was von einer „Täter-Opfer-Umkehr“.

So viel zum Beispiel und was ist das Fazit: „Leben und leben lassen“ trifft bei diesem Hobby nicht zu, da die Gefahr zu groß ist, dass durch falsch-positive Ergebnisse dank pseudowissenschaftlicher Gerätschaften und Medien die Privatklienten mögliche psychische oder physische Schäden davontragen. Daher ist die Benennung von falschen Aussagen, unsinnigem sinnfreiem Equipment, Entlarvung von Fakes und der Offenlegung von Falschdarstellungen enorm wichtig. Denn das Leben und die psychische und physische Gesundheit eines Menschen und Privatklienten sollte doch über allem stehen.

Tom Pedall, 30.07.2023

Ghosthunter