Samstag, 9. März 2019

TV-Format "Ghost Chasers" bei TLC


Auf Bitte von Mitgliedern der Community (u.a. per PM) hab mir mal die aktuelle Folge eben in der Mediathek etappenweise angeschaut und die Location an sich, wie auch aus den anderen Folgen ist schon interessant (wie bei so vielen der Serien). 
 


Vom Format (Machart) her lehnt es sich auch an Ghost Hunters / Ghosthunters International an, wobei hier in diesem Format der Musiker im Zentrum steht, der sich von Geistern überzeugen will. Wenn man einen Protagonisten nimmt, der als skeptisch (eher ungläubig in Bezug auf die Existenz von Geistern) vorgestellt wird, verleiht man dem ganzen Format schon mehr Bodenständigkeit und erschafft beim Zuschauer die Grundannahme, dass "wenn der Skeptiker sagt, dass dieses und jenes paranormal war" dann hat das mehr Gewicht. Auf diese Weise können solche Formate die Glaubwürdigkeit beeinflussen und diese suggerieren. Grundsätzlich find ich es richtig, dass in der Realität Teams auch skeptisch denkende Mitglieder dabei haben, aber bei Formaten, die speziell nur für das TV/YT zusammengestellt wurden/werden muss man das komplette "Paket" betrachten.

Im Gegensatz zu "72 Stunden im Geisterhaus / Paranormal Lockdown" und was ich neben den Locations positiv ansehe ist, handelt es sich ganz offensichtlich nicht um eine "Werbeplattform" für "Ghosthunter-Spitzentechnologie", die in jeder Location Geister "produziert". Hier ist es schon abgeschwächter.

Die Aussage des Mediums, dass man sicherlich noch in diesem Tunnelsystem (Folge: "Die ruhelose Maria") die Geister der Menschen, Opfer, Soldaten, die sich hier aufhielten und starben feststellen kann, halte ich schon für eine potentielle Möglichkeit. Solche Locations können morphogentische Felder sein, von denen man sagt, dass sie Energien / Emotionen speichern können. Ob aber dann deren Geister noch dort herumwandeln oder man nur "Abbilder" auf emotionaler Ebene wahrnimmt... muss man immer abwarten.

Im Tunnelsystem haben sie zu Beginn Stimmen / Gemurmel gehört. Ich kenne das Tunnelsystem der Zitadelle nicht, aber es ist bei solchen Tunnelsystemen oftmals so, dass es Luftschächte gibt. Von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass diese Stimmen / Gemurmel anderorts herkommen - oder auch von Bewegungen stammen bzw. kann es auch sein, dass das entfernte Fiepen von Ratten sich durch auftretende Halleffekte und Übertragungen wie Stimmen irgendwann anhören. Ich würde an deren Stelle dann versuchen der Quelle der Stimmen auf den Grund zu gehen. Interessant können solche Stimmen / Gemurmel aber sein, wenn sie ganz offensichtlich ihre Quelle in unmittelbarer Nähe haben (wenige Meter Abstand) - so was haben wir im Fort IX mal erlebt.

Die Sache mit der negativen / bösartigen Präsenz finde ich persönlich immer unausgereift, da ich als Ghosthunter ja dann auch allem auf den Grund gehen will und ja, angenommen, man würde wirklich auf etwas stoßen, was als negativ / bösartig wahrgenommen wird, dann ist immer die Frage: Nach welchen Maßstäben wird die Eingruppierung vorgenommen. Da der Hauptprotagonist klaustrophobische Ängste hat, spielt das dann auch noch eine Rolle bei der Dramartugie des Ganzen und dazu kommt dann noch die Dunkelheit. Allein dadurch, dass die Ängste schon vorhanden sind, kann man die weiteren Umherstehenden damit negativ emotional beeinflussen, so dass die Rationalität weggedrängt wird und dann reicht ein Antippen durch eine Ratte schon aus und man ergreift die Flucht - auch wenn die Ursache kein Geist ist, aber für den Zuschauer prägt sich ein: "Der Geist hat sie verjagt".
Für mich persönlich wäre so eine Situation höchst spannend und wenn man auf eine Präsenz stoßen würde, dann will ich auch mehr wissen.

Negativ ist es, dass sie Apps verwenden (Echovox) - leider sind solche Apps (zB auch Ghost Tool App, The Portal-App, Ghost Radar) mittlerweile Standard bei TV/YT-Formaten, mit denen dann Zuschauern suggeriert wird, dass man darüber mit Geistern kommunizieren kann. Über diese Thematik habe ich ja u.a. mit Sebastian Bartoschek in meinem Podcast aus Januar gesprochen, wo ich auf die Gefahren des Ghosthunting und dessen negative Auswirkung / Beeinflussung Dritter hinwies.

Manche Sequenz war überdramatisiert und reißerisch gestaltet - aber es hielt sich schon die Waage. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass solche Serien eben eine Quote erfüllen müssen, damit sie eine Berechtigung haben, um weiterhin ausgestrahlt zu werden.

Anschauen kann man es sich, wenn man unterhalten werden will, aber bzgl. Realität doch wesentliche Abstriche machen, wenn man sie dafür hernehmen will, um sie als Beleg für die Existenz von Paranormalen heranzuführen.

Es gibt da weitaus schlimmere Serien, die zB aus allem einen Hotspot machen und viel mit Suggestionen und Fakes arbeiten. Wenn man nun diese Apps weglassen würde und das Medium mehr in den Hintergrund träte und seine Aussagen nicht wie in Stein gemeißelt präsentieren würde (ohne belegbare Fakten/Beweise sind es nur Informationen) und noch ein paar andere Faktoren ändern, würde das der Glaubwürdigkeit gut tun.

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